Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir unsere ehemalige Kommilitonin Zahra, die wir im Masterstudium kennengelernt haben, in ihrer Heimatstadt Baku in Azerbaijan. Baku liegt nur eine Flugstunde von Tbilisi entfernt, aber hat sich uns bis jetzt als völlig andere Welt präsentiert.
Ankunft & abendlicher Bummel durch die Altstadt
In Tbilisi war es am Mittwochmorgen regnerisch, als wir nach dem Frühstück in Richtung Flughafen aufbrachen – bestes Wetter also, um ohne viel Wehmut aufzubrechen. Am Check-In Schalter wurde noch unser Touristenvisum für Azerbaidschan überprüft – beim Beantragen hatten wir auch alles doppelt und dreifach gecheckt, um bloß keinen Fehler zu machen. Das ganze Prozedere samt Sicherheitskontrolle (nicht besonders gründlich – andere Passagiere haben volle Wasserflaschen mitgenommen) und Passkontrolle (gründlicher, mit Ausreisestempel im Reisepass) dauerte so lange, dass die restliche Zeit bis zum Abflug „wie im Flug“ verging.
Im Flugzeug hatten wir dann die Luxusplätze in der ersten Reihe – wir hatten wohl als letztes eingecheckt – und auf dem 50-minütigen Flug konnten wir nicht bur beobachten, wie sich die Landschaft unter uns langsam veränderte, sondern bekamen sogar Tee und einen Snack serviert.
Schon von oben sah Baku deutlich „ordentlicher“ als Tbilisi aus – ein Eindruck, der sich auch in der Realität bewahrheitete. Der Autoverkehr zur Rush Hour ist aber noch heftiger als in Georgien! Hinter dem Gepäckband warteten Zahra und ihre Mutter Emira auf uns. Es war ein schönes Wiedersehen mit Zahra, die wir seit dem letzten Sommer nicht mehr gesehen hatten! Zunächst fuhren wir ins das Sommerzuhause der Familie, das nahe des Flughafens ca. 30 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Im Sommer wird es so heiß in Baku, dass die beiden von ihrer Wohnung in das Haus nahe der Küste übersiedeln.
Da wir mittags zu der Zeit ankamen, wenn die Hitze ihren Zenit erreicht, blieben wir erstmal im Haus, tranken einen sehr leckeren schwarzen Gewürztee, in Azerbaijan Çai genannt, und genossen dazu frische Früchte aus dem Garten von Zahras Mutter. Das Teetrinken in Azerbaijan und in der Türkei gehört zum immateriellen Weltkulturerbe. Mir gefällt die Kultur des Teetrinkens hier sehr – es ist gesellig, entspannt und zu jeder Tageszeit, aber insbesondere mittags ein Genuss.
Nach einer kleinen Siesta fuhren wir am frühen Abend nach Baku, wo wir zunächst einen Spaziergang durch die Altstadt, genannt İçəri Şəhər (= „Innenstadt“), unternahmen. Vom ersten Eindruck der Innenstadt her kann ich schon verstehen, warum Baku auch als das „Paris des mittleren Ostens“ bezeichnet wird. Inbesondere in İçəri Şəhər fügen sich die Gebäude aus den unterschiedlichen Epochen gut zussmmen, da sie alle aus Sandstein gebaut wurden.




Zu Abend haben wir im Restaurant „Qaynana“ gegessen, was so viel wie Schwiegermutter auf azerbaijanisch bedeutet. Im Gegensatz zur deutschen Schwiegermutter (trifft bei uns in der Familie nicht zu, aber ist ja häufiger mal der Fall ;)) ist die azerbaijanische Schwiegermutter ein Symbol der Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Das Essen war köstlich: wir haben u.a. Shah Plov probiert, Gewürzreis im Blätterteigmantel, Dolma, Weinblätter gefüllt mit würzigem Lammhack, Gutabs, dünne Fladen (wie Wraps) mit unterschiedlichen Füllungen (Käse, Kürbis, Spinat und Kräuter)…
Nach dem Essen sind wir noch über den Bulevar gegangen, Bakus Promenade am Kaspischen Meer, und haben einen Tee getrunken.




Tag 2: Geführte Tour durch İçəri Şəhər, Besuch im Teppich Museum & Hausgemachte Saj Ichi
Hier geht es später weiter zum Link, denn gleich geht unser Ausflug nach Gobustan und Absheron los :). Hier schon ein paar Teaser:








